Färben, drucken, schnitzen – oder wie bekomme ich mehr Farbe auf den Stoff? Teil 3 Stempel und Schablonen

In den beiden vorangegangenen Berichten Teil 1 und Teil 2 ging es um Farben und färben, heute in Teil 3 meiner kleinen Serie über Färbe-, Druck- und Stempeltechniken möchte ich Euch über meine Erfahrungen in Sachen stempeln und Schablonen berichten.

Recherche

Druckbuecher

Um einen Einstieg zu bekommen habe ich mir Unmengen von Büchern aus der hiesigen Bibliothek ausgeliehen und viel recherchiert. Man kann wirklich so viele tolle und individuelle Dinge machen, dass ich am liebsten alles gleich ausprobiert hätte. Anfangen wollte ich aber mit Schablonen und hatte hierzu auch schon ein kleines Projekt im Kopf.


Freezer-Papier

Da unbedingt ein neues Stiftetäschchen erforderlich war, wollte ich dieses mit einem Motiv und einen Schriftzug bedrucken. Ich habe also eine Möglichkeit gesucht, wie man nun am besten die eigenen Vorstellungen auf den Stoff bringen kann und bin dabei auf Freezer-Papier gestoßen, das man sich sogar selber machen kann. Das beschreibe ich aber nochmal genauer in einem weiteren Beitrag HIER. Es handelt sich dabei um ein mit einer Kunststofffolie laminiertes Papier, das durch bügeln fest mit dem Stoff verschmilzt ohne ihn zu beschädigen oder andere negative Auswirkungen zu haben. Man kann also ein Motiv auf das Freezer-Papier malen oder drucken, dieses dann ausschneiden und auf den Stoff aufbügeln. Dann tupft man mit einem Schwämmchen oder Pinsel die Farbe (in diesem Fall angemischte Stoffmalfarbe für dunkle Stoffe) auf die Schablone bzw. den Stoff auf und lässt ihn trocknen. Zum Schluss einfach das Freezer Papier vom Stoff abziehen und den Druck von links bügeln wie auf den Farbdosen angegeben.

Federtasche Materialien_Print
Stoffdruck mit Freezer-Papier

Das Ergebnis ist wirklich total schön geworden, das hätte ich nicht für möglich gehalten! Den Schriftzug sowie das Federmotiv für Vorder- und Rückseite habe ich von Hand geschrieben bzw. gezeichnet, eingescannt und das Layout am Computer mit Photoshop nachbearbeitet. Das muss man aber nicht machen, man kann auch freihändig gleich auf das Freezer-Papier zeichnen. Dann habe ich alles ausgedruckt, auf das Freezer-Papier übertragen und ausgeschnitten. Die kleinen Buchstabenausschnitte bei „e“ oder „d“ auf jeden Fall aufheben, die müssen dann mit aufgebügelt werden.

Dies ist das Endergebnis, meine neue „Federtasche“:

Leider kann man die Schablone nur wenige Male verwenden und muss dann eine neue ausschneiden. Insofern ist ein reproduzierbares Layout, das man immer wieder ausdrucken kann von Vorteil. Aber ums ausschneiden kommt man nicht herum. Daher habe ich auch weitere Druckmöglichkeiten gesucht, bei denen die Schablonen dauerhafter sind.


Schablonen

Eine weitere Möglichkeit bei der Erstellung von Drucken ist das schablonieren. Kennt ja jedes Kind. Es funktioniert auch ganz gut, sofern man einige Grundregeln beherzigt. Papierschablonen haben nach dem Freezerpapier-Versuch für dauerhafteren Gebrauch also nicht sehr viel Sinn gemacht.

schablone entwurf
Motiventwurf Schablone

Ich habe dann versucht eine Schablone aus einer Folie auszuschneiden, in diesem Fall eine glatte Dokumentenklarsichthülle, es kann aber auch Overheadfolie oder ähnliches sein. In meinem Fall ging das richtig schief, da das Motiv einige Details haben sollte. Siehe Bild vom Motiventwurf, der dann auch noch verfeinert wurde. Beim ausschneiden der kleinen Flächen ist die Folie dann immer gerissen und was man auch bedenken muss, man kann mit einer Schablone natürlich Linien nicht so einfach darstellen und sich kreuzende schon gar nicht, da dann die Innenflächen mit herausfallen, aber dazu später.

Druckschablone_dreiecke_einzeln
Schablone

Die Lösung des Problems war dann, doch wieder Papier aber diesmal beidseitig beklebt mit selbstklebender Klarsichtfolie. Das Motiv zuerst auf dickeres Papier zeichen oder drucken (ich habe hier von Hand mit dem Lineal vorgezeichnet) und dann auf beide Seiten die Klarsichtfolie kleben und mit einem möglichst scharfen Messer ausschneiden, damit sich die Folie bei dünnen Schnitten nicht vom Papier löst. Wie man einigermaßen sieht, kann man die Farbe auftragen und von der Klarsichtfolie wieder vorsichtig abwischen, was ziemlich viele Druckvorgänge zulässt.

Druck_dreiecke_papier
Schablonendruck

Das Druckbild ist auch an sich gut, ich habe hier leider etwas zu flüssige Farbe verwendet, so dass diese unter das Gitter gelaufen ist und sich verteilt hat. Darauf muss man unbedingt achten. Die Farbe darf bei Schablonen nie zu flüssig sein!! Eventuell etwas stehen lassen, bis mehr Flüssigkeit verdunstet ist. Es empfiehlt sich außerdem, die Schablone mit repositionierbarem Sprühkleber aufzukleben (gibt’s im Baumarkt oder z.B. bei Müller). Den kann man nach dem Druck auch wieder entfernen. Das hatte ich natürlich auch nicht gemacht. Die absolute Krönung wäre wahrscheinlich, wenn man ein Laminiergerät hat und das Motiv zeichnen und dann mit einer dünnen Folie laminieren kann. Vielleicht wird das meine nächste Anschaffung, aber so langsam brauche ich einen viel größeren Arbeitsplatz um die ganzen schönen Sachen auch umzusetzen, die ich im Kopf habe :).


Stempel

Eine weitere tolle Möglichkeit einen Druck leicht wiederholbar zu machen ist nach wie vor der Stempel. Man braucht hierfür zumindest einen kleinen Cutter, besser ist aber ein Linol-Schnitzwerkzeugset. Ich habe meins in Bastelladen erstanden und das wichtigste ist, dass die Messer scharf sind! Bei mir war eins aus dem Set nicht scharf und dann schnitzt man alles aber nicht das was man vorhat und versaut sich so leicht das Ergebnis. Sollte mal ein Messer stumpf werden, kann man die Aufsätze auch für je ca. 1 € nachkaufen.

Stempelwerkzeug
Linolschnitt-Werkzeug und Softcut-Platte

Stempel_FederDen Anfang hat ein kleiner Radiergummi-Stempel in Form einer Feder gemacht, eigentlich gedacht für die „Federtasche“, aber der Druck war dann zu ungleichmäßig für das angestrebte Endergebnis. Für scharfe Kanten der Radiergummi einfach zu weich. Allerdings finde ich trotzdem, dieses Motiv hat etwas, man muss sich eben in der Formenwahl auf das Wesentliche beschränken. Etwas anders sieht es aus, wenn man in Richtung Linoldruck geht und entsprechende Platten verwendet. Ich habe mich bisher noch nicht an Linolplatten herangetraut, da die so hart und schwierig zu verarbeiten sind. Stattdessen habe ich die Softcut Platten verwendet (habe sie bei Bösner im 10er Pack bestellt).

Stempel aus Softcut
Stempel aus Softcut

Hier habe ich mal diverse einfache Grundformen aufgezeichnet und ausgeschnitten. Das Material ist super zu bearbeiten und die Druckergebnisse sind total schön, auch wenn ich mit der richtigen Festigkeit der Farbe noch etwas Probleme habe. Hier habe ich mal einige Probedrucke auf Papier gemacht.

 

Den nächsten Drucktest werde ich mit einem kleinen Siebdruckrahmen machen. Aber dazu beim nächsten Mal mehr. Ich hoffe es hat Euch bis hierher gefallen und war auch einigermaßen hilfreich. Für Fragen und Anregungen habe ich immer gerne ein offenes Ohr!

Bis bald.

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