Färben, drucken, schnitzen – oder wie bekomme ich mehr Farbe auf den Stoff? Teil 1 Farben und färben

Endlich habe ich meine diversen Experimente in Sachen Stoffe färben, bedrucken, Stempel schnitzen weitgehend abgeschlossen. Mein Gott, war das teilweise eine Schweinerei :)! ArbeitstischNaja aber immerhin entspricht vieles zumindest schon mal entfernt meiner Vorstellung und darauf aufbauend kann ich nun weiterforschen.

Im Folgenden mal eine kurze Vorstellung von den Techniken, die ich ausprobiert habe und jeweils ein, sagen wir mal Zwischenfazit (ich habe nicht alles in der Waschmaschine gewaschen etc.).

Vielleicht noch eins generell vorab, es ging mir nicht darum einen Stoff komplett einfarbig einzufärben, sondern etwas herzustellen, das man so nicht fertig kaufen kann, also Farbverläufe, Spritzer, Sprenkel, Prints mit Schablonen, geschnitzen Stempeln etc. Dies habe ich mit verschiedenen Farben ausprobiert und mit verschiedenen Techniken. Heute möchte ich Euch aber im Schritt 1 die Farbexperimente vrstellen:

Ziel 1: aquarellähnliche Farbverläufe erstellen

Der Test bestand hierbei aus der Frage mit welchem Medium geht das am besten. Ausprobiert habe ich Acrylfarbe, Textilsprühfarbe aus der Flasche und Stoffmalfarbe für helle Stoffe.

Farbtests StoffDie Acrylfarbe und die Textilsprühfarbe gab es letzte Woche bei Aldi Süd, da musste ich gleich zuschlagen. Ein weiteres Töpfchen türkise Acrylfarbe hatte ich noch von Müller (Eigenmarke). Die Stoffmalfarbe ist von Javana für hellen Stoff.

Auf dem Bild seht Ihr das Ergebnis nach Trocknung der Farben und fixieren mit dem Bügeleisen.

 

 

 

Stoffmalfarbe
Stoffmalfarbe hell
Stoffmalfarbe hell

Diese Stoffstücke wurde mit der Stoffmalfarbe behandelt. Dazu den Stoff erst mit einem Pinsel ziemlich nass machen und die Farben mit dem Pinsel nass-in-nass auftragen und ineinander wischen bzw. zu einer Seite hin ausblenden. Die Farben können ruhig auch verdünnt werden mit Wasser, je nachdem welches Ergebnis man erzielen möchte. Das hat ziemlich gut funktioniert, die Farben haben sich gut auf dem Stoff vermischen lassen und sind dann auch so getrocknet. Wenn man genau hinsieht, hat sich die Farbe allerdings etwas im unteren Bereich abgesetzt. Sie ließ sich nicht ganz so gut verteilen und verblenden wie die Acrylfarbe. Alles in allem eine ziemlich feuchte Angelegenheit, weswegen ich eine dickere Schicht Zeitung druntergelegt habe. Zum trocknen habe ich die Stücke lieber aufgehängt (z.B. auf dem Gitterrost des Backofens oder einem Wäscheständer), damit es schneller geht und die Zeitung ggf. nicht abfärbt (wusste nicht, wie sich Druckerschwärze hier verhält). Der untere Stoff lag direkt neben einem schwarzen Stück, die haben sich kaum berührt aber durch die Adhäsionskräfte des Wassers ist er trotzdem in den anderen hineingelaufen. Also beim trockenen immer genug Abstand lassen!

Abschließend habe ich die Stücke dann ca. 5 min gebügelt und mit der Hand mit etwas Waschmittel gewaschen (Temperatur so heiß wie es hier aus dem Hahn kommt, also vielleicht 50 °C oder so). Die Farben sind allenfalls minimal heller geworden, aber wirklich kaum merklich.

Textil-Sprühfarbe
Spruehfarbe
Sprühfarbe

Dieser Stoff wurde mit den Sprühfarben aus den Fläschchen besprüht. Die sind sehr viel dünnflüssiger als die Stoffmalfarben aus dem Töpfchen (ich gehe davon aus, dass die Farben bei der Herstellung auch einfach mit Wasser so lange verdünnt wurden, bis sie gut sprühbar sind). Hier habe ich den Stoff auf der einen Hälfte (grün/blau) nass gemacht und dann draufgesprüht. Auf der anderen Hälfte eher trocken gelassen, wobei das Wasser sich von selbst etwas ausgebreite hat.

Was man sehen kann ist: auch hier verlaufen die Farben ineinander wenn der Untergrund feucht ist, allerdings ist der Effekt schwer steuerbar, da irgendeine Menge Farbe beim Sprühstoß aus der Düse kommt. Auch beim Sprühbeginn ist es schwierig, dass die Farbe nicht kleckert.  Empfohlen wird, dass jede Farbschicht, die aufgebracht wird erstmal komplett durchtrocknet und man dann mit einer anderen Farbe drübergeht. Ich denke das die Methode für diese Farben auch am besten funktioniert. Wenn man ganz genau hinsieht, kann man auf dem Stoff auch Bereiche erkennen, wo das zufällig beim bearbeiten auch so passiert ist und dann sieht man viele kleine verschiedenfarbige Punkte was recht hübsch ist. vielleicht mache ich hierzu noch einen separaten Versuch. Was mich abschreckt ist die etwas schwierige und kleckerige Verarbeitung. Da entstehen eher Zufallsprodukte und man muss mit größeren Farbklecksen rechnen wenn man nicht gleich beherzt auf die Düse drückt, was aber auch seinen Reiz haben kann. Eine Dosierung des Sprühstrahls ist allerdings schwierig. Die weiter Verarbeitung dann wie oben beschrieben, trocknen, fixieren, waschen. Auch hier ist wenn überhaupt nur sehr, sehr wenig Farbe verloren gegangen.

Acrylfarbe
Acrylfarbe Farbverlauf
Acrylfarbe Farbverlauf

Nun kommt der Teil, der für mich doch am überraschendsten ausgegangen ist, nämlich das Färben mit Acrylfarbe. Wie gesagt, die Farbe war echt nicht teuer und lässt sich dennoch sehr gut verarbeiten.

Hier habe ich wie schon oben beschrieben den Stoff angefeuchtet und die ebenfalls etwas wasserverdünnte Acrylfarbe einfach aufgetragen und mit dem Pinsel zu einer Seite ausgeblendet. Es ist ein schöner und sehr gleichmäßiger Verlauf entstanden. Das hat vom Farbauftrag und vom trocknen her besser funktioniert als mit der Stoffmalfarbe. Weiteres Vorgehen dann wie oben bereits beschrieben, wobei ich in das Bügeln mal in Frage stellen würde. Ich verstehe bei Acrylfarbe den Sinn eigentlich nicht UND was viel schlimmer ist, der Stoff bekommt leicht einen Braunstich, wahrscheinlich weil die Farben anfangen bei der großen Hitze zu verbrennen. Ich habe noch ein Stück Stoff das ich gefärbt, nicht gebügelt und dann gewaschen habe und es sieht exakt aus wie vorher. Die Farbe ist nicht ausgewaschen.Wie es sich bei mehrmaliger Maschinenwäsche dann verhält müsste man mal testen…ich denke vorerst bleibe ich bei „nicht bügeln“ (was die Sache auch weniger zeitintensiv macht :).

Was man feststellen kann ist allerdings, dass sich der Stoff etwas anders anfühlt. Direkt nach dem einfärben ist er brettig, was aber mit dem waschen dann fast ganz verschwindet. Je nach Farbmenge muss man damit rechen, dass man einen etwas anderen Griff hat.

Ziel 2: Sprenkeln

Acrylfarbe Sprenkel
Sprenkel = Acrylfarbe,   graue Stempel = Stoffarbe

Was ich unbedingt ausprobieren wollte waren diese Sprenkel/Spritzer und Stempel. Die Sprenkel habe ich mit Acryl und einer Zahnbürste auf den Stoff gespritzt, was wirklich sehr gut funktioniert hat. Zwischendurch habe ich einen Test mit einem Borstenpinsel gemacht, aber nein ich schwöre auf die Zahnbürste.

Zu den Stempeln komme ich in einem der nächsten Beiträge nochmal genauer. Hier nur schon mal in Kürze:

Der blaue Stempel ist auch Acryl, die grauen Stempel sind wieder Stoffmalfarbe. Was mit aufgefallen ist, man kann die Farben problemlos übereinander auftragen, sogar mischen. Der Griff verändert sich zwar etwas wegen dem Acryl, aber nicht dramatisch.

Ein paar Highlights mit Gold und Kupfer habe ich auch noch hinzugefügt (beides Stoffmalfarbe). Die Metallicfarben sind allerdings sehr schwierig zu stempeln, besser mit dem Pinsel gezielt als Akzente aufbringen. Beim stempeln kommt irgendwie der Metalliceffekt nicht mit und wenn man die Farbe dann zu dick aufträgt verschmiert der Stempeldruck. War also irgendwie nicht so erfolgreich. Die Farben behalten auch nach dem Waschen eine festere, gummiartigere Oberfläche, daher vielleicht nur sparsam einsetzen bzw. je nach gewünschtem Ergebnis.

Fazit

Von den Acrylfarben auf dem Stoff bin ich echt positiv überrascht und würde sagen, momentan gefallen Sie mir von der Mischbarkeit, vom Farbauftrag und der Verarbeitung, der Vielseitigkeit und der Dauerhaftigkeit am besten. Man muss nicht bügeln oder im Backofen fixieren (allerdings ohne Waschmaschinentest). Kleiner Nachteil ist die sich leicht verändernde Griffigkeit des Stoffes, was aber für meinen Geschmack noch tolerabel ist.

Die Stoffmalfarben für helle Textilien aus den Töpfchen sind auch gut und so weit verdünnbar, dass man einen guten Farbverlauf hinbekommt. Allerdings lassen sie sich nicht ganz so leicht auf dem Stoff vermischen. Alles andere funktioniert aber gut.

Die Sprühfarben sind nicht schlecht wenn man bereit für Experimente ist, da sie sich etwas schwierig dosieren lassen. Man kann nicht gut den Sprühstoß variieren, sonst gibt’s große Kleckse und die Farbe tropft eher aus der Düse. Aber wenn man sich drauf einlässt kann man auch interessante Effekte erzielen.

Ich hoffe ich konnte färbe- und stoffmal- und -druckinteressieren hiermit einen kleinen Einblick geben mit dem Hinweis, dass nicht immer alles spezial sein muss, auch wenn die Industrie es uns gerne so verkauft :).

In Teil 2 werde ich darüber berichten, wie ich versucht habe Stoff zu marmorieren – sehr abenteuerlich!!!

In Teil 3 werde ich meine Stempelversuche zum Besten geben und Euch ein Endprodukt vorstellen.

 

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